
 IN SEARCH OF THE NEW…
Auf der Suche nach dem Neuen ...
Vom 01.-08. September 2012 fand in in Bigorio, Tessin Schweiz
der Kurs mit mit Thomas Ingmire statt .


Mit den gemeinsamen Kurs-Experimenten stießen wir in drei Themenbereiche vor. In einem versuchten wir, neue und einmalige Startpunkte für die Gestaltung neuer Buchstabenformen zu definieren. Als Zweites haben wir die Rolle der Worte im Entstehungsprozess unserer Arbeit diskutiert: wie schließen unsere eigenen Texte bzw. vorgetragenen Gedichte unsere Wahrnehmung und Ideen ein. Schließlich haben wir versucht, aus diesen beiden Bereichen eine Synthese zu entwickeln, indem wir unterschiedliche Word/Bild und Visuell/verbale Konzepte betrachteten.
Unsere Untersuchungen richteten wir auf die Verbindungen zwischen Musik, Gedicht, Malen und Kalligraphieren. Die Ergebnisse waren überraschen, unser Erleben intensiv und die entstandenen Bücher voller neuer Anregungen und Ideen.
 Rückschau auf den Kurs
In diesem Jahr war einmal wieder Thomas Ingmire unser Referent, der uns auf die Suche nach dem Neuen schickte . Er gab uns zunächst einen kleinen Einblick in die Numerologie, die uns bei der Auswahl des Gedichtes helfen könnte, mit dem wir uns die ganze Woche beschäftigen sollten. Und er demonstriert die 4-Nadel-Bindung, die wir dann an einem Skizzenbuch übten, bevor es an die richtige Wahl für Papier und Format des Abschlussbuches ging.
Jeden Morgen zur Einstimmung ließ Thomas von zwei Teilnehmern ein Gedicht lesen, wobei es dabei nicht so sehr auf den Inhalt als vielmehr auf Betonung, Gestik sowie Höhen und Tiefen der Stimmen ankam. Das war ein interessantes Projekt, und es war erstaunlich, wie unterschiedlich die Ergebnisse der vorgetragenen Gedichte waren. Wir erlebten rückwärts gelesene Gedichte, ein mehrsprachig aufgeführter gregorianischer Sprechgesang und ein aus zwei Gedichten verquicktes Ganzes.
Nach kurzem, gemeinsamen Resümee zeigte Thomas jeden Tag Bilder von seinen Arbeiten. Am eindrücklichsten war dabei ein Buchprojekt, das er im Wechsel mit dem Poeten David Annwn machte, er reagierte mit seinen kalligrafischen Darstellungen auf das Gedicht, dieser wiederum schrieb dann ein neues Gedicht zu dem Schriftbild von Thomas.
Ein weiterer, äußerst beeindruckender Bericht zeigte die Texte und Darstellungen eines „Streetwriters“ in San Francisco, der seine Lebensphilosophien und Kritiken an der Welt und den Menschen auf die Straßen der Stadt schreibt und dabei nicht gestört werden möchte.
Unsere Arbeiten konzentrierten sich auf ein selbstgewähltes Gedicht. Nachdem wir es zunächst formal und leserlich in unser Buch geschrieben hatten, ging es daran, neue Buchstaben- und Gestaltungsformen zu entwickeln. Als Anregung zeigte Thomas uns verschiedene kalligrafische Arbeiten mit Lettern von Hans-Joachim Burgert, die von ihm immer sehr tänzerisch auf das Papier gebracht worden waren. Wir sollten zwei davon aussuchen, kopieren, miteinander verknüpfen und eigene Buchstaben entwickeln.
Weiter schrieben wir nach Musik sowohl alleine als auch in der Gruppe, wobei wir rund um dem Tisch spazierten und jeder auf jedem Blatt seine Spuren hinterließ. Diese Gruppenarbeit diente als Vorübung für die Partnerarbeiten, die wir mit unserem Gegenüber ausprobierten. Da wurden nicht nur die Schriften und Gedichte miteinander in verschiedenster Weise miteinander verarbeitet, auch die Schreibflüssigkeiten liefen auf interessante Weise ineinander. Das war eine vielfältige Aufgabe, bei der wir schöne und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielten.
Eine weitere Möglichkeit, neue Lettern zu finden war, eine Buchseite mit ablösbaren Klebebändern in Streifen zu bekleben, dann darüber – wieder nach Musik – Zeichen und Scribbling zu setzten und nach dem Ablösen der Klebebänder in den übriggebliebenen Spuren nach Buchstaben zu suchen.
All diese neuen Schriftvarianten, auch die Texturen, die wir daraus machten, wurden auf die einzelnen Seiten unseres End-Buches gearbeitet, ab Donnerstag waren wir dann emsig damit beschäftigt, diese Seiten zu einem kompletten Ganzen zu machen und zu binden. Dabei waren die Vorgehensweisen sehr unterschiedlich, manche nahmen einfach die Blätter in beliebiger Reihenfolge, nähten sie zusammen und machten abschließend einen „roten Verbindungsfaden“ in das Buch, andere grübelten lange Zeit über die richtige, stimmige Reihenfolge, die dann aber einen roten Faden nicht zwingend notwendig machte.
Eine schöne Woche in harmonischer Gruppierung, das Wetter lud meist zum Schreiben ein und wenn einmal eine Pause nötig war, konnte man sich die ziehenden Wolken über dem Luganer See betrachten.
Bärbel S., September 2012

Ursprüngliche Kursbeschreibung [PDF]
 Ruling Pen und Anwendungen

Forum Hohenwart, vom 16. bis 19.02.2012
mit Birgit Nass
Ruling Pen und Ziehfeder sind expressive Schreibwerkzeuge der Kalligrafie. Sie standen im Mittelpunkt dieses Workshops. Der typische Strich wurde in allen Facetten und Möglichkeiten kennengelernt, eingesetzt und als Stilmittel in Arbeiten integriert. Neben Übungen zur Haltung und Führung wurde an den eigenen Alphabetformen und am Bildaufbau gearbeitet. Die Ergebnisse sind sowohl einzelne Arbeiten auf Papier, als auch ein selbst gebundenes Buch zur Dokumentation des Workshops
 Rückschau auf den Kurs
Birgits Lieblinge…
Zunächst stellte Birgit Nass uns mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus ihre Lieblinge vor. Und gäbe es diese nicht, wer weiß, ob es jemals einen Workshop bei ihr gegeben hätte, denn schließlich rettete Birgits erster Ruling Pen ihre Kalligrafie-Karriere.
Und nachdem wir nun den Flattermann, den Bayern und den Frankfurter kannten, freundeten wir uns auch langsam miteinander an. Dies galt genauso für die teilweise unbekannten Kursteilnehmer. Am Ende des Kurses konnte die Gruppe Schriftspiel dann auch vier neue Mitglieder verzeichnen.
Freundschaft schließen bedeutet sich vertraut machen, das wusste schon der kleine Prinz und deshalb folgten vielfältige Übungen, um sich mit den verschiedenen Ziehfedern vertraut zu machen. Senkrechte Striche, waagerechte Striche, dünne Striche, dicke Striche und dabei immer an die eleganten Highheels denken - Birgits Eselsbrücke für uns, um an den Ansatzwinkel zu denken. Wenn ein Highheel unter den Strich passt, ist er elegant.
Es folgten Übungen rund um das Alphabet. Zunächst die vertrauten Formen der humanistischen Kursive, dann die Entwicklungen eigener Buchstabenformen, um alles aus unseren Ziehfedern rauszuholen. Und ja, spritzen auch. Hier zeigt sich der expressive Charakter dieses Werkzeugs. Gut, dass man bei der Kleiderwahl auf dunkle Farben gesetzt hat.
Vielfältige Versuche, auch mit anderen Alphabeten, führten dazu, dass doch kurz überlegt wurde, zu Boesner zwecks Papierkauf zu fahren.
Eine ganz besondere Übung darf in der Rückschau keineswegs fehlen: einen Schrank durchs Zimmer schieben, das geht auch mit dem Ruling Pen.
MOVE – your Ruling pen. Zugegeben, auch das war eine der metaphorischen Eselsbrücken, aber sie half uns, alles aus unseren Ziehfedern herauszuholen.
Alle Blätter wurden am Ende zu einem Buch zusammengefasst und auch diese Näh- Anleitung werden wir dank Eselsbrücke, diesmal in Form eines Gedichtes
(wir beginnen mit innen…, auf dem kürzesten Weg zum nächsten Steg…) nicht vergessen.
Ein gelungener Workshop in einer für viele vertrauten Umgebung mit einer Dozentin, die alle begeisterte mit ihrer lebhaften und zugewandten Art.
… jetzt auch unsere Lieblinge.
Neumitglied Anja S. aus Dortmund, März 2012

Ursprüngliche Kursbeschreibung [PDF]

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